FAQ

Ihre Fragen - unsere Antworten

Welche Ziele verfolgt die Stiftung?
Die Boehringer Ingelheim Stiftung hat dank ihrer Satzung ein sehr breites Förderprofil und unterstützt die medizinische, biologische, chemische und pharmazeutische Wissenschaft (Zweck der Stiftung lt. Satzung). Mit ihren Förderprogrammen und Wissenschaftspreisen setzt sich die Stiftung für exzellente natur- und lebenswissenschaftliche Forschung ein. Seit vielen Jahren fördert die Stiftung dabei besonders Forschungsvorhaben an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
 
Ist die Stiftung unabhängig vom Unternehmen?
Die Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die rechtlich und inhaltlich vom Unternehmen Boehringer Ingelheim unabhängig ist.

Die Stiftung fördert die Universität Mainz mit zwei Großspenden von 100 bzw. 50 Millionen Euro für jeweils zehn Jahre. Wie ist dies geregelt?
Wie bei solchen mehrjährigen Förderungen üblich, wurden die Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen der Boehringer Ingelheim Stiftung und den Partnern jeweils in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten.

Was regelt der Vertrag zur 100 Millionen Spende?
Der Vertrag zur 100 Millionen Euro Spende zwischen Stiftung, Universität und IMB regelt Zweck und Ziel der Initiative: Die Schaffung eines internationalen Exzellenzzentrums für Lebenswissenschaften in Mainz – das heutige Institut für Molekulare Biologie (IMB). Über diesen Zweck hinaus enthält der Vertrag keine Vorgaben zur Forschungsrichtung des IMBs.

In dem Vertrag verpflichtet sich die Boehringer Ingelheim Stiftung, 100 Millionen Euro innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren zu spenden. Diese Summe ist für den wissenschaftlichen Betrieb des Institutes bestimmt und nicht für Gebäude. Für den Zeitraum der Förderung ist u.a. ebenfalls vereinbart, dass das Institut jährlich einen Forschungsbericht vorlegt, Wirtschaftsprüfer die Verwendung der Mittel prüfen, sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung stattfinden, wie z. B. eine Evaluation des Institutes. Des Weiteren legen die Universität und das Institut in dem Vertrag die Eckpunkte ihrer Zusammenarbeit fest.

Der Vertrag räumt weder der Boehringer Ingelheim Stiftung noch dem Unternehmen Boehringer Ingelheim Zugriff auf oder Rechte an den Forschungsergebnissen des Institutes ein.

Was regelt der Vertrag zur 50 Millionen Spende?
Der Vertrag über die 50 Millionen Euro Spende hat die Förderung der Spitzenforschung in den Lebenswissenschaften an der Universität Mainz zum Zweck. Der Vertrag legt fest, dass dies gemäß des Zukunftskonzepts der JGU geschehen soll, das insbesondere eine Neuausrichtung der Biologie vorsieht. Dieses Konzept hatte die JGU im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erarbeitet. Es sollen international herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berufen und der wissenschaftliche Nachwuchs besonders gefördert werden.

In dem Vertrag verpflichtet sich die Stiftung, innerhalb eines Zeitraumes von bis zu 10 Jahren 50 Millionen Euro zu spenden. Die JGU verpflichtet sich mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz einen Neubau für die Biologie zu erstellen. 

Auch dieser Vertrag räumt weder der Boehringer Ingelheim Stiftung noch dem Unternehmen Boehringer Ingelheim den Zugriff auf oder Rechte an den Forschungsergebnissen ein.

Welche Preise werden von der Boehringer Ingelheim Stiftung ausgelobt?
Die Stiftung dotiert jährlich den international renommierten Heinrich-Wieland-Preis sowie an der Universität Mainz den Boehringer-Ingelheim-Preis und vier Doktorandenpreise.

Die Stiftung vergibt seit 2011 jährlich den Heinrich-Wieland-Preis für internationale Spitzenforschung in der Chemie, Biochemie und Physiologie biologisch aktiver Substanzen und Systeme sowie über deren klinische Bedeutung. Der Preis ist benannt nach dem deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Heinrich Otto Wieland (1877–1957). Im Jahr 2014 wurde der Preis zum 50. Mal vergeben. Das Preisgeld beträgt 100.000 Euro. Die Preisträgerinnen und -träger werden von einem eigenen wissenschaftlichen Kuratorium ausgewählt. Ausgezeichnet wurden unter anderem die späteren Nobelpreisträger Michael S. Brown, Joseph L. Goldstein, Bengt Samuelsson und James E. Rothman.

Zusätzlich dotiert die Stiftung seit 1995 den Boehringer Ingelheim Preis. Er wird jährlich vom Fachbereich Medizin der Universität Mainz für hervorragende Forschung in der klinischen und theoretischen Medizin verliehen. Das Preisgeld beträgt 30.000 €. 2014 wurde der Preis zum 100. Mal vergeben.

Desweiteren dotiert die Stiftung jedes Jahr vier Doktorandenpreise, die von der Universität Mainz vergeben werden.

Wie unterscheidet sich die Boehringer Ingelheim Stiftung von Boehringer Ingelheim Fonds?
Der Boehringer Ingelheim Fonds (BIF) ist eine rechtlich selbständige und ebenfalls gemeinnützige Stiftung, die unabhängig von der Boehringer Ingelheim Stiftung arbeitet. Seit 1983 fördert der BIF biomedizinische Grundlagenforschung. Der BIF ist die jüngste der drei Boehringer Ingelheim Stiftungen und ist vor allem bekannt für seine Doktorandenstipendien zur Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und für die Durchführung der Internationalen Titisee-Konferenzen. Der BIF fördert fortlaufend rund 110 Doktoranden aus rund 50 Nationen, die in Europa und Übersee forschen.

Gibt es neben dem BIF und der Boehringer Ingelheim Stiftung noch weitere Stiftungen?
Die kleinste und älteste der drei Boehringer Stiftungen  - die Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung für Geisteswissenschaften - vergibt jährlich rund 150 Druckkostenzuschüsse in den Geisteswissenschaften vor allem für Doktorarbeiten und Habilitationsschriften. Sie fördert so den wissenschaftlichen Nachwuchs zum Beispiel in den Sprach- und Literaturwissenschaften, der Geschichts- und Kunstwissenschaft.

Was war der Anlass für die Spende von 100 Millionen Euro zur Förderung des Instituts für Molekulare Biologie (IMB) an der Universität Mainz?

Die Stiftung hat die Forschungsschwerpunkte der Universität Mainz seit längerem im Blick und hat sich 2009 dazu entschlossen, diese in größerem Maßstab zu fördern, damit Mainz im internationalen Wettbewerb um Spitzenforscher weiter konkurrieren kann. Dazu gehören ein attraktives Arbeitsumfeld und eine entsprechende Ausstattung der Forschung. Die Stiftung fördert das Institut für Molekularbiologie (IMB) an der Universität zehn Jahre lang mit insgesamt 100 Mio. Euro. Anlass hierfür war das 125-jährige Bestehen des Unternehmens Boehringer Ingelheim im Jahre 2010. Dieses bürgerschaftliche Engagement drückt die Verbundenheit der Stifterfamilie mit der Region aus und will ein Beispiel für nachhaltige und langfristige Förderung von Spitzenforschung setzen.