Was wir fördern - IMB

Institut für Molekulare Biologie (IMB)

Die Förderung des IMB an der Universität Mainz ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Stiftung – und ein Beispiel für regionale Exzellenzförderung, auf das wir besonders stolz sind: Die Boehringer Ingelheim Stiftung unterstützt den wissenschaftlichen Betrieb des Instituts für Molekulare Biologie an der Universität Mainz mit insgesamt 100 Millionen Euro für zehn Jahre. Damit soll ein Institut für herausragende Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften gefördert werden, dessen Wissenschaftler/-innen und Ausstattung internationalen Exzellenzmaßstäben genügen.

Ende 2015 zählte es mehr als 200 Mitarbeiter aus 28 Ländern. Seine inzwischen 17 wissenschaftlichen Teams forschen zur Entwicklungsbiologie, der Stabilität des Erbguts und der sogenannten Epigenetik. Ihre Ergebnisse sollen helfen, besser zu verstehen wie sich der Mensch entwickelt, wie er altert und weshalb er krank wird. Das IMB wurde im Oktober 2015 von einem 13-köpfigen internationalen Gremium von Wissenschaftlern, unter der Leitung von Professor Herbert Jäckle, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und ehemaliger Vize-Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, mit exzellentem Ergebnis begutachtet.
 
Im Frühjahr 2011 wurde das IMB festlich eingeweiht. Gründungsdirektor des IMB war Prof. Dr. Christof Niehrs, einer der weltweit führenden Zell- und Entwicklungsbiologen.


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(Foto: Peter Pulkowski)

Weitere Informationen:
Pressemeldung
Porträt Prof. Niehrs                                                                

 

Vier Fragen an Gründungsdirektor Niehrs

Prof. Niehrs, Sie sind aus einem exzellenten Umfeld – dem Deutschen Krebsforschungszentrum – nach Mainz gewechselt, um als Gründungsdirektor das Institut für Molekulare Biologie (IMB) aufzubauen. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe am meisten?

Ich sehe hier eine Chance, wie sie im Leben eines Wissenschaftlers einmalig ist: Die Möglichkeit, ein Institut aufzubauen und meine Visionen und Ziele umzusetzen. Mit dem IMB leite ich zudem kein ganz übliches Forschungszentrum, sondern ein Institut mit einer außergewöhnlich großen Flexibilität und – vor allem dank der Boehringer Ingelheim Stiftung – exzellenten Rahmenbedingungen.

Was wird am IMB erforscht?

Die Disziplinen werden von Biochemie über Strukturbiologie, Zellbiologie und Genetik bis zur Entwicklungsbiologie reichen, d.h. von der Frage nach den Eigenschaften einzelner regulatorischer Moleküle bis zur Embryonalentwicklung von ganzen Organismen. Nur mit dieser Bandbreite an Disziplinen und Methoden können wir wichtige Fragen beantworten – so etwa wie Gene in bestimmten Phasen der Entwicklung und in Stammzellen reguliert, d.h. an- und abgeschaltet werden. Das Buch des Lebens, den DNA-Code, kennen wir seit der Sequenzierung des Genoms. Wir müssen es aber noch genauer lesen lernen.

Wie ist das Institut aufgebaut?

Das Institut bietet Platz für drei Forschungsabteilungen und bis zu acht unabhängige Nachwuchsgruppen. Hinzu kommen state of the art-Technologieplattformen mit den derzeit leistungsfähigsten Geräten. Gerne können auch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Forschungsbereichen der Universität Mainz unsere Technologieeinrichtungen nutzen.

Was sind Ihre Ziele am IMB?

Unsere Mission ist Grundlagenforschung auf höchstem Niveau. Wir wollen ein weltweites Leuchtturminstitut für die Schwerpunktthemen Epigenetik und DNA-Reparatur werden. Damit haben wir einen zukunftsträchtigen Schwerpunkt gewählt, der die derzeit spannendsten Felder der Biowissenschaften aufgreift. An unserem Institut sollen Synergien entstehen, die die Forschung entscheidend vorantreiben und damit auch über das hinausgehen, was die bisher bestehenden Forschungszentren zur Epigenetik leisten.

Die Fragen stellte Dr. Kerstin Terrenoire.