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Boehringer-Ingelheim-Preis.

Mit dem Boehringer-Ingelheim-Preis möchten wir besonders vielversprechende, fortgeschrittene Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler an der Universitätsmedizin Mainz fördern. Der Preis zeichnet exzellente wissenschaftliche Leistungen jeweils in der klinischen und der theoretischen Medizin aus und ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Außerdem erhalten die Preisträger die Möglichkeit an einem eintägigen, speziell auf sie zugeschnittenen Kommunikations-Seminar teilzunehmen.

Inzwischen blickt der Preis auf eine fast 50-jährige Tradition zurück. Er wird seit 1969 verliehen und seit 1995 dotiert ihn die Boehringer Ingelheim Stiftung. Die Universitätsmedizin Mainz schreibt den Preis jährlich aus und bestimmt die jeweiligen Preisträgerinnen und Preisträger.

Bewerben kann sich, wer zum Beispiel als Postdoktorand an der Universitätsmedizin Mainz in der klinischen oder theoretischen Medizin forscht, dort eine Nachwuchsgruppe leitet oder eine Juniorprofessur innehat.

Auf der Verleihungsfeier an der Universitätsmedizin Mainz stellen die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Forschungsarbeiten der Öffentlichkeit vor.

Von links: Prof. U. Förstermann, PD Dr. J. Fahrer, Chr. Boehringer, PD Dr K. Ponto, Dr T. Voigt, Prof. H. Schild. Foto: J. Arlt

Boehringer-Ingelheim-Preis 2017: Darmkrebs und Netzhautschäden bei Diabetes im Fokus

Der Toxikologe Dr. Jörg Fahrer fand heraus, wie Zellen des Darms auf bestimmte krebserregende Stoffe, die etwa beim Braten von Fleisch entstehen, reagieren und welche Wege die Zelle einschlägt, um sich vor Schäden an ihrem Erbgut und Zelltod zu schützen. Die neuen Erkenntnisse helfen, besser zu verstehen, wie Dickdarmkrebs entsteht.

Die Augenärztin Dr. Katharina Ponto wertete Daten der Gutenberg-Gesundheitsstudie aus und liefert nun erstmals verlässliche und aussagekräftige Zahlen zu Netzhautveränderungen im sehr frühen Diabetes-Stadium. Ihre Daten legen nahe, dass gezielte Screening Programme helfen könnten, Netzhautschäden als Folge einer Zuckererkrankung zu vermeiden.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2011–2016

Von links: Dr. E. Frank, O. Boehringer, Prof. B. Simon, Dr. T. Voigt, Dr. A. Baranowski, Dr. G. Gasteiger, Prof. U. Förstermann, Dr. C. Walther, Prof. M. Beutel. Photo: T. Böhm

Der Orthopäde Dr. Andreas Baranowski und der Immunologe Dr. Georg Gasteiger erhielten den Boehringer-Ingelheim-Preis 2016. Andreas Baranowski fand heraus, dass bei Prothesen aus Titan, die mit dem körpereigenen Eiweiß „Bone Sialoprotein“ beschichtet sind, knochenspezifische Gene aktiviert werden. Daraus können eine bessere Verankerung der Prothesen im Knochen und damit ein langfristig stabilerer Sitz resultieren.

Dr. Georg Gasteiger konnte nachweisen, dass bestimmte Zellen des angeborenen Immunsystems, die sogenannten ILCs, an ihre jeweiligen Gewebe angepasste, lokale Abwehrzellen sind. Diese Erkenntnis ist ein bedeutender Schritt, um die Funktionsweise der Immunabwehr zu verstehen.

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Von links: Prof. U. Förstermann, Chr. Boehringer, Dr. S. Karbach, Dr. T. Voigt, Dr. A. Ulges, O. Boehringer, Prof. B. Simon, Prof. M. Beutel. Foto: P. Pulkowski.

Die Kardiologin Dr. Susanne Karbach fand eine mögliche Erklärung für die Beobachtung, dass bei Patienten mit der Hauterkrankung Psoriasis verstärkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten.

Der Immunologe Dr. Alexander Ulges entdeckte eine neue Gruppe regulatorischer T-Zellen, die die Immunabwehr in der Lunge reguliert, und entschlüsselte dabei auch den entsprechenden Mechanismus auf molekularer Ebene.

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Von links: Prof. A. Barner, O. Boehringer, Dr. U. Distler, Dr. J. Weinmann-Menke, Prof. U. Förstermann, Prof. B. Simon, Prof. K. Dugi. Photo: B. Hof-Barocke.

Die Biotechnologin Dr. Ute Distler optimierte ein Verfahren zur qualitativen und quantitativen Proteinanalyse, welches hilft, wichtige biologische Prozesse zu verstehen.

Die Medizinerin Dr. Julia Weinmann-Menke identifizierte einen neuen Biomarker, der es erstmals bei der Autoimmunerkrankung systemischer Lupus erythematodes erlaubt vorherzusagen, ob sich zusätzlich eine Entzündung der Nieren, die sogenannte Lupusnephritis, entwickelt. 

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Von links: P. Geipel, Dr. C. Walther, Dr. N. Yogev, Prof. U. Förstermann, Dr. I. Reiner, O. Boehringer. Photo: U. Feuerbach.

Die Psychologin Iris Reiner untersuchte, wie bei depressiven Patienten frühe Beziehungserfahrungen und das oft als „Liebeshormon“ bezeichnete Neuropeptid Oxytocin zusammenspielen. Reiners Ansatz könnte helfen, Depressionen und ihre Entstehung besser zu verstehen.

Der Molekularbiologe Nir Yogev überzeugte die Fachjury mit einer Arbeit zur Multiplen Sklerose (MS). Er wies erstmals nach, dass die sogenannten dendritischen Zellen nicht nur Auslöser der Krankheit sind, wie man bisher annahm, sondern auch schützen. Seine Ergebnisse öffnen vielversprechende Wege für die Therapie von MS.

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Von links: P. Geipel, Dr. C. Walther, O. Boehringer, Dr. K. Kautz-Neu, Dr. N. Prinz, Prof. R. Urban, Prof. K. Dugi, Prof. J. Michaelis. Photo: Th. Böhm.

Als Immunologin erforschte Dr. Nadine Prinz das Antiphospholipid-Syndrom (APS), eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen, die Thrombosen und Fehlgeburten verursachen kann. Sie entdeckte einen bisher unbekannten Signalweg und wies erstmals nach, wie sich das Immunsystem bei APS selbst fälschlicherweise in Alarm versetzt.

Die Forschungserkenntnisse der Biologin Dr. Kordula Kautz-Neu könnten ein Ansatz zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen Leishmaniose sein – laut WHO eine der weltweit bedeutendsten Infektionskrankheiten mit 12 Millionen infizierten Menschen im Jahr 2012.

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Von links: Prof. K. Lackner, O. Boehringer, Dr. S. Horke, Prof. K. Dugi, Dr. B. Baier, Prof. J. Michaelis, Dr. C. Walther, P. Geipel. Photo: Th. Böhm.

Der Pharmakologe Dr. Sven Horke entdeckte, dass bestimmte Tumorzellen das menschliche Enzym PON2 zum Überleben brauchen. Würde man PON2 ausschalten, könnte man möglicherweise Krebserkrankungen, wie zum Beispiel Leukämien, bekämpfen.

Dr. Bernhard Baier überzeugte die Fachjury, indem er unter anderem bei Schlaganfallpatienten nachwies, dass Schäden in einer bestimmten Kleinhirnregion zu Aufmerksamkeitsstörungen führen können. Die Forschungsergebnisse des Neurologen könnten die Therapie und die Rehabilitation von Patienten mit solchen Hirnschädigungen verändern.

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