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Heinrich-Wieland-Preis.

Mit dem Heinrich-Wieland-Preis zeichnet die Boehringer Ingelheim Stiftung weltweit herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre bahnbrechende Forschung zur Chemie, Biochemie und Physiologie biologisch aktiver Moleküle und Systeme sowie deren klinische Bedeutung aus. Der mit 100.000 Euro dotierte Preis ist nach dem Chemiker und Nobelpreisträger Heinrich Otto Wieland (1877–1957) benannt und wird seit 1964 jährlich vergeben. Er zählt weltweit zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen, die von einer deutschen Stiftung verliehen werden. Unter seinen Laureaten sind vier spätere Nobelpreisträger. Die Preisvergabe findet im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums in München statt. Jedes Jahr lädt die Stiftung in einem öffentlichen Aufruf weltweit zu Nominierungen für den Preis ein. Einreichungsfrist für Nominierungen ist jedes Jahr zum 1. Juni für das Folgejahr.

vlnr: Prof. Felix Wieland, Prof. Alexander Varshavsky und Christoph Boehringer bei der Übergabe des Heinrich-Wieland-Preises 2017 an Prof. Varshavsky. (c) A. Griesch

Kuratorium des Heinrich-Wieland-Preises.

Die Stiftung hat die Wahl der Preisträgerinnen und Preisträger einem Kuratorium von international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anvertraut, die sich ehrenamtlich für den Preis einsetzen. Es sind im Einzelnen:

  • Prof. Dr. Eric Carreira – ETH Zürich, Schweiz
  • Prof. Dr. F.-Ulrich Hartl – Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
  • Prof. Dame Carol Robinson, PhD – Universität Oxford, Großbritannien
  • Prof. Dr. Walter Rosenthal – Universität Jena
  • Prof. Dr. Gerd Schnorrenberg – Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Biberach (bis Juni 2017)
  • Prof. Dr. Petra Schwille – Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
  • Prof. Dr. Rudolf Tauber – Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Prof. Dr. Dirk Trauner – New York University, USA
  • Prof. Dr. Felix Wieland (Vorsitzender) – Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Hanns Ulrich Zeilhofer – Universität Zürich und ETH, Schweiz

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2011–2017

Der Heinrich-Wieland-Preis 2017 geht an Professor Alexander Varshavsky für seine wissenschaftlichen Arbeiten zur biologischen Bedeutung des Ubiquitins. Copyright: A. Griesch

Professor Alexander Varshavsky vom California Institute of Technology in Pasadena, USA, erhält den Heinrich-Wieland-Preis 2017 für seine Entdeckung der Biologie des Ubiquitin-Systems, einem Set von regulatorischen Prozessen, das unter anderem den Proteinabbau in der Zelle steuert.

Varshavsky hat unsere Sicht auf die zelluläre Physiologie revolutioniert, indem er gezeigt hat, dass es genauso wichtig ist, den Abbau von Proteinen zu regulieren, wie ihre Herstellung. Er hat außerdem Schlüsselmechanismen des Ubiquitin-Systems identifiziert sowie die ersten Abbau-Signale in kurzlebigen Proteinen. Er hat als Erster die physiologische Bedeutung der Ubiquitin-Konjugation entschlüsselt, beispielsweise in so grundlegenden Prozessen wie dem Zellzyklus, der DNA-Reparatur, der zellulären Antwort auf Stress und der Proteinherstellung. Varshavskys fundamentale Entdeckungen haben mehrere neue Felder in der biomedizinischen Forschung eröffnet und bereits zu neuen Therapien geführt. Die Boehringer Ingelheim Stiftung wird ihm den mit 100.000 Euro dotierten Preis am 19. Oktober in München im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums verleihen.

Hier finden Sie die komplette Pressemitteilung

The Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien, USA

Der Chemiker Professor Peter G. Schultz (The Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien, USA) erhielt den Heinrich-Wieland-Preis 2016 für seine grundlegenden Beiträge zur biologisch inspirierten Synthese neuer Moleküle und insbesondere für die Erweiterung des genetischen Kodes.

Schultz kombiniert Methoden der Natur und aus dem Chemielabor, um Moleküle mit neuartigen Funktionen herzustellen. Diese können helfen, die Geheimnisse des Lebens zu entschlüsseln, Medikamente zu entwickeln oder als Grundstoff für neue Materialien dienen. Seine Ergebnisse haben zu – teilweise bereits zugelassenen – Wirkstoffen gegen Krebs, Tuberkulose, Autoimmun- und degenerative Krankheiten geführt.

Hier finden Sie die deutsche Pressemitteilung.

 

Universität Oxford, Großbritannien 

Gero Miesenböck hat als Erster einen lichtgesteuerten An-Aus-Schalter in Gehirnzellen eingebaut. Mit der wegweisenden Methode können Forscher Nervenzellen gezielt an- und ausschalten. Sie lernen so Stück für Stück, welche Schaltkreise im Gehirn welches Verhalten beeinflussen und was bei Krankheiten schiefläuft. Für die als „Durchbruch des Jahrzehnts“ betitelte Methode erhielt Gero Miesenböck, Professor an der Universität Oxford, den Heinrich-Wieland-Preis 2015.

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Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, Deutschland 

Reinhard Jahn erhält den Heinrich-Wieland-Preis 2014 für seine bahnbrechenden Arbeiten zu Membranfusion und Neurotransmitter-Ausschüttung – Prozesse, die u. a. ablaufen, wenn Körperzellen wachsen, Stoffe transportieren oder Signale senden. Aufbauend auf seinen Ergebnissen hat Jahn ein bis heute gültiges Modell der Fusion zwischen Vesikeln und Zellmembran entworfen: Sogenannte SNARE-Proteine, die auf beiden Membranen sitzen, verhaken sich wie ein Reißverschluss und die Membranen verschmelzen miteinander.

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Universität Cambridge und Gurdon Institute in Cambridge, Großbritannien 

Seine Forschungsergebnisse geben Hoffnung auf neue Medikamente gegen Blutkrebs, auch bekannt als Leukämie. Basis dafür sind die Durchbrüche, die Tony Kouzarides vom Gurdon Institute in Cambridge, Großbritannien, auf dem Feld der Epigenetik erzielt hat. Epigenetik erforscht zelluläre Mechanismen, die steuern, welche Teile unseres Erbguts wann aktiv sind. Für seine grundlegenden und Dogma-verändernden Entdeckungen sowie deren Bedeutung für die Krebsforschung erhielt er den Heinrich-Wieland-Preis 2013.

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University of California in Berkeley, USA 

Der Heinrich-Wieland-Preis 2012 würdigt Carolyn Bertozzis Pionierarbeit zu den biologischen Funktionen von Zuckern, vor allem zur Veränderung von Zuckerketten im Zusammenhang mit Krebs, Entzündungen und Infektionen. Mit ihrer revolutionären Methode, der sogenannten bioorthogonalen Chemie, dringt die Preisträgerin in das kaum erforschte Gebiet der Zuckerbiologie vor und öffnet damit Türen für neue Diagnoseverfahren und Therapieansätze.

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Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, Deutschland

Franz-Ulrich Hartl formulierte ein neues Konzept, wie Proteine eine definierte, dreidimensionale Form annehmen und erhielt dafür den Heinrich-Wieland-Preis 2011.Entgegen der früher geltenden Ansicht, dass sich alle Proteine spontan und ohne Hilfe falten, zeigte Hartl, dass die Proteinfaltung ein komplexer Prozess ist, der Helferproteine, sogenannte Chaperone, benötigt.

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Englische Webseite des Heinrich-Wieland-Preises

Weitere Informationen zum Heinrich-Wieland-Preis (Nominierung, weitere Preisträger, etc.) finden Sie auf den englischen Seiten des Preises unter www.heinrich-wieland-prize.de.